Brandschutzhelfer-Rechner
Ein Büro braucht nach ASR A2.2 Abschnitt 7.3 in der Regel 5 Prozent der anwesenden Beschäftigten als Brandschutzhelfer, aufgerundet und mindestens eine Person. Büro- und Verwaltungsbereiche fallen im Regelfall unter die normale Brandgefährdung, bei erhöhter Brandgefährdung ist ein höherer Anteil festzulegen. Beispiel: 45 Anwesende auf drei Etagen ergeben 2,25, also drei Brandschutzhelfer, praktisch einer je Etage. Der Rechner ermittelt die Zahl aus Gesamtzahl und Abwesenheitsquote.
Richtwert nach ASR A2.2: mindestens 5 % der anwesenden Beschäftigten als Brandschutzhelfer (normale Brandgefährdung), mindestens eine Person. Da nicht alle gleichzeitig vor Ort sind, rechnen wir mit den Anwesenden. Bei erhöhter Brandgefährdung ist ein höherer Anteil festzulegen. Orientierung, keine Rechtsberatung.
So funktioniert die Berechnung
Grundlage ist die ASR A2.2. Der Arbeitgeber hat eine ausreichende Zahl an Brandschutzhelfern zu benennen und ausbilden zu lassen. Als Richtwert nennt die Regel bei normaler Brandgefährdung 5 Prozent der Beschäftigten. Büro- und Verwaltungsbereiche fallen im Regelfall unter die normale Brandgefährdung.
Wer die Organisation abgeben will: Was eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit im Büro übernimmt, auch die Einstufung der Brandgefährdung.
Brandschutzhelfer = 5 % der gleichzeitig Anwesenden, aufgerundet
mindestens jedoch 1 Person
| Gleichzeitig Anwesende | Brandschutzhelfer | Rechenweg |
|---|---|---|
| 1 bis 20 | 1 | 5 Prozent, mindestens 1 Person |
| 21 bis 40 | 2 | 5 Prozent, aufgerundet |
| 41 bis 60 | 3 | 5 Prozent, aufgerundet |
| 61 bis 80 | 4 | 5 Prozent, aufgerundet |
| erhöhte Brandgefährdung | mindestens 5 Prozent | höherer Anteil nach Gefährdungsbeurteilung |
Maßgeblich sind die Anwesenden, nicht die Belegschaftsliste. Urlaub, Teilzeit, Außendienst und Homeoffice senken die Zahl der tatsächlich Verfügbaren, und genau die muss an jedem Arbeitstag reichen.
Zwei Beispiele
- Büro mit 15 Anwesenden: 5 Prozent sind 0,75, aufgerundet 1 Person. Der Mindestwert greift.
- Verwaltung mit 45 Anwesenden auf drei Etagen: 5 Prozent sind 2,25, aufgerundet 3 Personen. Praktisch sollte pro Etage jemand ausgebildet sein, hier also ebenfalls 3.
Was die Zahl nicht abdeckt
- Erhöhte Brandgefährdung. Dann kann ein höherer Anteil nötig sein. Die Einstufung erfolgt in der Gefährdungsbeurteilung.
- Die Ausbildung. Nach DGUV Information 205-023 gehören ein theoretischer Teil und praktische Löschübungen dazu, üblicherweise ein halber Tag. Eine Auffrischung in mehrjährigem Abstand ist empfohlen.
- Die Bekanntgabe. Die Brandschutzhelfer müssen den Beschäftigten bekannt sein, sonst weiß im Ernstfall niemand, wen er ruft.
Den Gesamtzusammenhang mit Feuerlöschern und Fluchtwegen erklärt Brandschutz im Büro. Alle Schwellen für Brandschutzhelfer und Ersthelfer stehen im Beitrag zur Anzahl der Brandschutzhelfer und Ersthelfer.
Die Ersthelfer rechnet der Ersthelfer-Rechner nach derselben Logik: mit den gleichzeitig Anwesenden, 1 Ersthelfer bis 20 und 5 Prozent darüber.
Was die Ausbildung umfasst
Nach DGUV Information 205-023 besteht die Ausbildung aus zwei Teilen, üblicherweise an einem halben Tag: einem theoretischen Block zu Grundzügen des Brandschutzes, betrieblicher Brandschutzorganisation und Verhalten im Brandfall, und einem praktischen Teil mit Löschübungen an einem echten Brandherd.
Der praktische Teil ist der entscheidende. Wer noch nie einen Löscher ausgelöst hat, zögert im Ernstfall bei genau den Handgriffen, die zählen: Sicherung ziehen, Abstand halten, stoßweise löschen, den Brandherd treffen und nicht die Flamme.
Rechtsgrundlagen
- ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“: Technische Regel für Arbeitsstätten mit dem Richtwert von 5 Prozent Brandschutzhelfern bei normaler Brandgefährdung.
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) § 10: verpflichtet den Arbeitgeber, Beschäftigte für Brandbekämpfung und Evakuierung zu benennen.
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) § 5: die Gefährdungsbeurteilung, in der die Brandgefährdung eingestuft wird.
- DGUV Information 205-023 „Brandschutzhelfer“: Ausbildung und Befähigung, Theorie plus Löschübung.
Häufige Fragen
Sind 5 Prozent eine feste Vorgabe?
Nein, es ist ein Richtwert der ASR A2.2 für normale Brandgefährdung. Bei erhöhter Brandgefährdung kann ein höherer Anteil erforderlich sein. Die Einstufung ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.
Wie oft muss die Ausbildung aufgefrischt werden?
Eine Auffrischung in mehrjährigem Abstand ist empfohlen, ebenso bei Änderungen im Betrieb, etwa nach einem Umzug oder wenn neue Löschertypen beschafft wurden. Die Teilnahmenachweise gehören in die Arbeitsschutzdokumentation.
Warum wird mit den Anwesenden gerechnet?
Weil im Brandfall nur helfen kann, wer da ist. Wenn an einem Freitag im Sommer zwei von drei Helfern fehlen, trägt die Rechnung nicht mehr. Deshalb ist ein Puffer über dem rechnerischen Minimum üblich.
Wer darf Brandschutzhelfer werden?
Grundsätzlich jede geeignete beschäftigte Person nach entsprechender Ausbildung. Sinnvoll sind Personen, die regelmäßig anwesend und über Etagen und Bereiche verteilt sind, nicht alle aus einem Team.
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